Wir haben jetzt Mitte August. Und manche junge Menschen in Deutschland haben auch noch Ferien. Sommerferien. Versteht sich von selbst. Nun ja nicht ganz, denn heute, den 23. August 2008, zeigt das Thermometer 15°C an! Nicht gerade sommerlich. Um aber die grauen Sommertage zu ertragen, braucht man einfach eine winter hymne. Und da möchte ich euch die "white winter hymnal" der Fleet Foxes ans Herz legen. Wunderschön und ihr, soweit ich weiß, erstes Musikvideo! Lässt sich übrigens auch wunderbar an warmen Tagen anschauen und hören ;)
Am 2. August hieß es mal wieder Bastard Rocks Live, das Lineup, mal wieder bombastisch: Les Trucs, Gammablitzboys, 1000 Robota und Egotronic!!! Helena und ich begaben uns also hoffnungsvoll zum Schlachthof. Das Konzert sollte um 21 Uhr beginnen, was heißen würde, dass Helena trotz ihrer 15 Jahre und 11 Monaten doch reingelassen werden sollte. Supergut gelaunt starteten wir also los. Doch als wir dann unsere Tickets holen wollten... der riesengroße Dämpfer(!!!), der den Abend im Nachhinein auch leider sehr verändert hat. Helena wurde trotz der Uhrzeit und obwohl sie in einem Monat 16 werden würde nicht in die Halle gelassen! Pfui! Welch eine Sauerei. Wir begaben uns also wieder raus. Ratlosigkeit machte sich breit. Helena wusste nicht ob sie am Schlachthof bleiben und ich wusste nicht, ob ich reingehen sollte. Schließlich trafen Helena und ich dann Lucas und Lisa, welche der Helena sofort einen Platz auf ihrer tollen weißen Decke gaben. Ich traf dann noch Sarah und Carla, welche aufjedenfall noch reingehen wollten. Helena schickte mich rein und meinte sie sei mir wirklich nicht böse, wenn ich reingehen würde. doch irgendwie wollte mich mein gewissen und ein gefühl im bauch nicht lassen. nun ja letztendlich ging ich doch. noch bevor wir richtig drin waren, ging die sarah, die durch ihren coolen vater mit 15 einen 18er stempel bekam, nochmal kurz raus um einen jungen Herren, den sie in der U-Bahn in Frankfurt gesehen hatte, zu begrüßen. Dann begaben wir uns in die Räucherkammer, wo noch nicht viel los war, aber um viertel nach zehn Les Trucs, ein Electroduo loslegen sollten. Nun ja. Langsam füllte sich der Raum und eine Frau mit Maske und ein Mann mit einer zum Mikro umfunktionierten Lampe auf dem Mund, jeweils mit rosa Rucksäcken ausgestattet, betraten zu Kindermusik die Räucherkammer. Auf einmal klappte Sarahs Kinnlade runter, da war's doch tatsächlich der Typ aus der U-Bahn. Damit ihr einen kurzen, ja er ist wirklich kurz, Eindruck habt. habe ich euch dieses video hochgeladen: (es tut mir leid für den schlechten sound meiner kamera!)
Nun ja, dieses Video hatte ich nicht für mich sondern für die Helena aufgenommen. Damit sie dabei sein konnte ;) auf irgendeine Art und Weise. Also ging ich raus, sie besuchen. zeigte ihr das Video und pustete sie nochmal mit Zucker voll. Sie schien mir wirklich nicht böse zu sein. Das ließ mich mit Freude auf die Gammablitzboys warten, die dann auch endlich die Bühne betraten. Was ich im Vorraus gelesen hatte, hatte sich bestätigt. Sie teilten tatsächlich Sonnenbrillen aus :D und noch dazu verteilten sie Leucht-blinkstäbe. Es ließ also alles auf eine fantastische (Licht-)show hindeuten. Dann ging es auch los. Mit Warten, Jetzt! meinem Lieblingslied! woaaahr was ein furioser Start. Alle bewegten sich von Anfang an, keiner konnte mehr still stehen und der Spaß war den Boys von Anfang an anzumerken. Auch wenn sie einem mit ihren selbstgebastelten Leuchtanzügen leidtun konnten. Weiter ging es mit Liedern wie "Schau in das Licht" oder "Sanduhr" oder "Performermensch" und dann kam auch "Dunkles Geheimnis". Ein sehr energiegeladenes Lied, bei dem ich mir sicher war, dass alle pogen würden, was ja dann auch schließlich geschah. Der Vestärker vor mir rettete mich davor, volle kanne auf die Bühne zu knallen. Ebenfalls schön war es viele Freunde auf dem Konzert wiederzutreffen und kennenzulernen :) Zwei Mal tanzten die Gammablitzboys dann auch im Publikum mit, obwohl sie beim zweiten Mal aufgrund des Pogens ganz schnell wieder auf die Bühne verschwinden mussten. Als das Konzert um war, war ich naß und k.o. einfach fertig. Außerdem war es schon etwas später und weil meine Mutter auf mich wartete, musste ich gehen. 1000 Robota konnte ich nur kurz sehen. Zum Tanzen war ich aber eh nicht mehr fähig! So fertig war ich, noch nie hatte ich so bei einem Konzert getanzt. Es war krass. Ja so war es, aber es tat unheimlich gut. Sollten die Gammablitzboys also in eure Umgebung kommen, so kann ich euch nur raten GEHT HIN! Es ist wirklich ein Erlebnis. Auch die Lichter die immer wieder auftauchten waren genial. Man muss es erleben. Aber ich kann nur sagen, ich fühlte mich wie im Rausch. Helena und ich holen das nach, dass sind wir uns ganz sicher und ich hoffe sehr, dass auch die Gammablitzboys bald wieder in unsere Umgebung kommen.
Letztens, nun ja eigentlich am Montag um es genau zu sagen, gab mir Helena den Link zur Blogotheque. Und von dem Moment an, versank nun auch ich in den Videos rund um die Bands, die akustisch und durch Paris streunend, wundervolle Musik machen. Helena und ich saßen gute 3-4 Stunden vor dem PC, ohne jegliches Zeitgefühl. Zuerst schauten wir uns die Yeasayer-Videos an, die ihr in einem Post weiter unten von der Helena anschauen könnt, bis wir dann auf eine Band namens MAN MAN stießen. 5 Männer aus Philadelphia, die eine schwer zu bestimmende Musikrichtung spielen... man könnte auf Blues tippen, doch das wäre sehr gewagt. Es klingt nach so vielem auf einmal... ja, in manchen Passagen einfach nach Maschinen oder klimpernden Löffeln.
So, nun finde ich, solltet ihr euch eure eigene Meinung bilden.
Aus dem 2. und neuen Album "Rabbit Habbits": Mr. Jung Stuffed.
und hier könnt ihr euch die wundervollen videos aus der blogotheque anschauen:
Diese wunderbaren Freunde aus Brooklyn. Ich bin hin und weg von diesem tollen Mitschnitt. Das nächtliche Paris, Metro, schöne Menschen, ein herrlich verstimmtes Klavier, singen und sich freuen. Was will man mehr?
Schon das fünfte Sigur Rós Album, ein Grund sich diese Band endlich mal genauer anzuschauen. Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust, übersetzt „Mit einem Summen in den Ohren spielen wir endlos weiter“. Ich finde das klingt super. Unmöglich irgendetwas über eine Genreeinordnung zu sagen. Was ich sagen kann: Es zeigt fremde Welten auf, von denen man nicht wusste, dass sie im eigenen Kopf überhaupt existieren. Das Album beginnt energiegeladen und ausgelassen. Das Video zum einleitenden Song Gobbledigook scheint die Botschaft "Zurück zur Natur" zu beinhalten. Warning: this material contains adult content. By clicking on the buttons above you are confirming you are over 18. So heißt es auf der Website der Band. Also confirmt alle dass ihr 18 seid, ich finde es wunderschön. Hier kann man es sich anschauen und außerdem gibt es den Song als Gratisdownload. Viel Spaß damit.
Gipfeltreffen der Giganten, dachte ich. Genialität im Doppelpack, dieser von der Powerline Agency gebuchte Abend. Obwohl das ja musikalisch schwer zusammenpasst. Aufregende Sache, ich war gespannt.
--und dann.
Das Schuljahr war geschafft, die Mittelstufe lag hinter mir, ein dreifaches Hurra! Der Tag hätte nicht besser werden können. Freitag Nachmittag, ich war glücklich, und fieberte dem Abend entgegen. Als ich dann später auf dem Schlachthofgelände ankam, sah ich erstaunlich wenige Menschen. Ich hatte mit einem ungeheuren Rummel gerechnet. Ich setzte mich zu den bereits Wartenden vor den Eingang und hörte Tocotronic beim Soundcheck zu. Kapitulation wurde gespielt, und es klang wunderbar. Als die Türen sich öffneten, wurde mir erst wieder bewusst wie groß der Schlachthof doch war. Ich vergesse es immer wieder. Man kann es ja schon fast eine Halle nennen. Doch, es ist eine Halle. Den Anfang machte Dillon. Sie saß am Keyboard, neben ihr ein Herr an den Trommeln, Lolitagesang, Rhythmus, ja. Aber im grunde lahm. Die Menge stand nach drei oder vier Songs immernoch teilnahmslos locker herum. Ich sehnte das Ende der Vorstellung herbei. Es kam bald.. Dirk von Lowtzow betrat die Bühne, gefolgt von seiner genialen Mannschaft. Jubel und Geschrei. Und es ging los mit Freiburg. Ein Klassiker. Besonders die Älteren waren begeistert. Es folgten darauf zwei weitere alte Stücke, Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen und Sie wollen uns erzählen. Spätestens jetzt war jeder mit dabei. Neben mir großer Pogo, Gegröle überall. Sie machten weiter mit ein paar Liedern des letzten Albums, Kapitulation. Imitationen, Aus meiner Festung... Sag alles ab und Kapitulation. Natürlich auch die alten Hits, bei denen dann wirklich jeder mitgesungen hat, die älteren Hamburger-Schule-Anhänger genauso wie die jungen. Hi Freaks, Aber hier leben nein danke, Let there be Rock. Man fühlte plötzlich, wie sich alle auf die sloganhaften Refrains einigen konnten, es herrschte eine Atmosphäre wie beim Grillabend unter Freunden. Und sämtliche Berührungsängste verschwanden. Dirks Ausstrahlung riss alle in seinen Bann. Gegen Ende hatte jeder noch einen Liedvorschlag und brüllte seinen Lieblingstitel in Richtung Bühne, was bei den häufig nicht kurzen Songtiteln ein heilloses Durcheinander bedeutete. Ja, es wurden sogar Abstimmungen gestartet. Viel zu viele großartige Stücke, um ihnen allen gerecht zu werden. Also spielten sie zum Abschluss noch ein Lied des neuen Albums, Explosion. Hiermit schwang die Stimmung um. Es wurde ruhiger, alle starrten hypnotisiert auf einen Punkt, der Raum war plötzlich ausgefüllt von einer sich steigernden Flut aus Klang. Unglaublich.
ALLES GEHÖRT DIR EINE WELT AUS PAPIER ALLES EXPLODIERT KEIN WILLE TRIUMPHIERT
Sie haben wirklich bewiesen, wie treu sie sich geblieben sind. (Auch wenn das eine längst ausgelutschte Phrase ist.) Dass die neuen Lieder sich so nahtlos einfügen, hätte ich nicht gedacht. Sie verließen die Bühne, während alle noch nicht ganz aus der Erstarrung aufgewacht waren, wurden aber sofort für eine Zugabe zurückgerufen. Dirk entschuldigte sich für ihre leider sehr begrenzte Zeit. Es war wirklich viel zu kurz. Die Zugabe: Ich habe Stimmen gehört, um die geisterhafte Stimmung noch einmal heraufzubeschwören. Und dann war der Spuk vorbei.
Hier noch ein paar Videos von meiner Kamera:
Imitationen
Let there be Rock
Hi Freaks
Explosion
Nach einer längeren Umbauphase und vielen Besuchern, die die Halle jetzt verließen, dabei an anderen, die erst jetzt nach vorne kamen, vorbeiliefen... betraten The Notwist die Bühne und starteten direkt mit der Single Good Lies aus dem neuen Album The Devil, You and Me. Ein großartiger Auftritt, wie zu erwarten war. Viele seelig mitsingende Menschen, versunken in dieser riesigen Soundkulisse, die wie aus dem Nichts erschaffen wurde. Ich mag hier die Schlachthof-Homepage zitieren: Vieles gäbe es zu erzählen, ein warmes Leuchten im Rückspiegel der Erinnerung. Das Stürmen und Drängen, die Verzerrer, die Geschwindigkeit, fast zwanzig Jahre ist es schon her. Tja, ich scheine also zu jung zu sein, um das Phänomen Notwist im Ganzen verstehen zu können.